Remmel: Moore sind zugleich Arten- und Klimaschutz

"Moore sind aktive Klimaschützer", erläuterte NRW-Umweltminister Johannes Remmel bei seinem heutigen Besuch des Recker Moors.

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Das Recker Moor, gelegen direkt an der Grenze zu Niedersachsen im Kreis Steinfurt, ist eines der letzten Moore in NRW. Von ehemals 5000 Hektar blieben nach dem Torfabbau und der Trockenlegung für landwirtschaftliche Nutzung rund 150 Hektar über, die nun aufwendig wieder in den Lebensraum Hochmoor zurückverwandelt werden. "Moore sind aktive Klimaschützer", erläuterte Umweltminister Johannes Remmel bei seinem heutigen Besuch des Recker Moors. 

"Moore bedecken zwar nur drei Prozent der Erdoberfläche, speichern aber 30 Prozent des im Boden enthaltenen Kohlenstoffs. Hinzu kommt eine einzigartige und stark spezialisierte Artenvielfalt, die mit dem Trockenlegen von Mooren nahezu aus ganz NRW verschwunden ist. Der Erhalt unseres Naturerbes erhält deshalb hier in Recke eine ganz besondere Bedeutung." 

Die Geschichte des Recker Moores reicht etwa 6000 Jahre zurück. Die heute vorhandene rund 150 Hektar große Fläche ist der Rest des ehemaligen mindestens 5000 Hektar großen Vinter Moores, das weit nach Niedersachsen hineinreichte. Bereits im 18. Jahrhundert begannen die Menschen im Moor Torf zu stechen. Mit der Zeit führten Entwässerung, Torfabbau und Urbarmachung zum Verschwinden fast aller Moorflächen. Im Jahr 1971 wurden die ersten Flächen in Recke unter Schutz gestellt. Heute ist das Recker Moor Teil des europäischen Naturerbes. 

"Die Weite, das Zusammenspiel von Wasser, Vögeln, Insekten und Pflanzen ist faszinierend zu beobachten", so Minister Remmel. "Wir erleben hier aktiven und attraktiven Artenschutz, der für die Menschen erlebbar gestaltet wird." Mindestens 60 verschiedene Brutvogelarten kann man im Recker Moor entdecken. Dazu gehören die vom Aussterben bedrohten Bodenbrüter Große Brachvogel und Uferschnepfe. Aber auch Schwarzkehlchen, Gold- und Rohrammer sowie Baum- und Wiesenpieper haben im Moor einen neuen Lebensraum gefunden. Zur Beobachtung wurden ein barrierefreier Steg ins Moor sowie ein Wanderweg und zwei Beobachtungstürme angelegt. 

Der Besuch des Recker Moors ist die vierte Station der landesweiten "Naturerbetour" des Ministers. Minister Remmel will durch seine diesjährige Sommertour das besondere Naturerbe des Landes ins Bewusstsein der Menschen rücken und auf die Bedrohung und Gefährdungen hinweisen, etwa durch den seit Jahren ungebremsten Flächenverbrauch. Täglich gehen allein in NRW mehr als 11 Hektar wertvoller Natur- und Agrar-Fläche für immer verloren. Bei seinen gut 10 Terminen bis in den Herbst hinein wird Minister Remmel neben bekannten Naturerbe-Zielen, wie etwa dem Nationalpark Eifel, auch das weniger bekannte Naturerbe in den Fokus der Öffentlichkeit ziehen, etwa die Naturwaldzelle "Schiefe Wand" im Sauerland, die Lippeauen in Hamm und das Thema "Natur in der Stadt" im Ruhrgebiet. (Quelle: umwlt.nrw)

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