Erdbeeren: Jetzt geht es richtig los

Die Erdbeerernte in den Normalkulturen beginnt in diesem Jahr 14 Tage später als in dem frühen Vorjahr. Die ersten Erdbeeren, die bereits Ende April verkauft wurden, kamen aus Gewächshaus oder Folientunnel.

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Die Erdbeerernte in den Normalkulturen beginnt in diesem Jahr 14 Tage später als in dem frühen Vorjahr. Die ersten Erdbeeren, die bereits Ende April verkauft wurden, kamen aus Gewächshaus oder Folientunnel. Pfingsten kamen Früchte aus Beständen hinzu, die zur Verfrühung mit Vlies und Lochfolie abgedeckt waren. Seit dem letzten Wochenende werden nun auch die nur mit Vlies verfrühten Erdbeeren geerntet. Zum Ende dieser Woche folgen dann die Normalkulturen ohne technische Ernteverfrühung. Die Erdbeere ist als schmackhafte und gesunde Sommerfrucht das Lieblingsobst vieler Verbraucher. Rein rechnerisch verzehrt jeder Bundesbürger etwa drei Kilogramm frische Erdbeeren im Jahr, von denen über die Hälfte aus Deutschland stammen. Jährlich werden auf deutschen Feldern etwa 13.000 Hektar Erdbeeren angebaut. Damit haben sich die Anbauflächen innerhalb der letzten 30 Jahre mehr als verdoppelt. Einen wesentlichen Anteil daran hat das Land Niedersachsen, in dem laut Landwirtschaftskammer Niedersachsen knapp ein Viertel der Erdbeerflächen in Deutschland stehen. Der Schwerpunkt des niedersächsischen Anbaus liegt in Südoldenburg, wo allein in der Region um Langförden (Landkreis Vechta) mit etwa 1.800 Hektar Ausdehnung das größte zusammenhängende Erdbeeranbaugebiet Deutschlands liegt. 

Zahlreiche Betriebe haben sich in dieser Region bereits seit den sechziger Jahren auf die Erdbeerkultur spezialisiert. Mittlerweile wird die Frucht hier überwiegend als Terminkultur angebaut. Dabei werden besonders gut entwickelte Jungpflanzen im Winter gerodet und bis zur Pflanzung im Mai bei -2 °C gelagert. Etwa vier Wochen nach der Pflanzung beginnt die Blüte, nach weiteren vier Wochen die Ernte. So kann mit dem Pflanztermin auch der Erntetermin bestimmt werden. Dieser fällt bei der Terminkultur in den Juli, und damit auf einen Zeitpunkt, an dem die Haupternte in den Normalkulturen bereits abgeschlossen und die Preise für Erdbeeren in der Regel wieder angestiegen sind. Dies macht die Terminkultur für die Betriebe besonders interessant. 

Seit Mitte der 80er Jahre dominiert die niederländische Sorte 'Elsanta' den Erdbeeranbau in Deutschland. Sie bildet derzeit den besten Kompromiss aus Geschmack, Erntemenge, Fruchtgröße und Transportfähigkeit. Weit verbreitet sind auch die frühe Sorte 'Honeoye' sowie die sehr leckere und großfrüchtige, aber ertragsschwache Sorte 'Darselect'. Sehr wohlschmeckend ist auch die Sorte 'Korona'. Wegen ihrer kleineren und weicheren Früchte ist sie fast ausschließlich in direktvermarktenden Betrieben sowie in der Selbstpflücke zu finden. 

Jährlich werden weltweit zahlreiche neue Sorten gezüchtet. In der Versuchs- und Beratungsstation für Obst- und Gemüsebau (VBOG) in Langförden werden viele davon für den Anbau in Niedersachsen geprüft. Die VBOG Langförden gehört zur ESTEBURG – Obstbauzentrum Jork der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. (lwknds)

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