14. Grüner Aschermittwoch: Lust auf Sommer

Mehr als 70 Einzelhandelsgärtner aus Bayern, Thüringen und Hessen kamen am 22. Februar zum 14. Grünen Aschermittwoch ins fränkische Marktheidenfeld. Diese Veranstaltung steht immer unter dem Motto "Fit für die Saison" und greift aktuelle Themen zu der bevorstehenden Beet- und Balkonpflanzensaison auf.

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Mehr als 70 Einzelhandelsgärtner aus Bayern, Thüringen und Hessen kamen am 22. Februar zum 14. Grünen Aschermittwoch ins fränkische Marktheidenfeld. Diese Veranstaltung steht immer unter dem Motto "Fit für die Saison" und greift aktuelle Themen zu der bevorstehenden Beet- und Balkonpflanzensaison auf. 

Darf es etwas mehr sein?

Knut Steffen vom Gartenbauzentrum Bayern Nord (Kitzingen) zeigte in seinem Vortrag Darf es etwas mehr sein? Mehrwert-Strategien für die Beet- und Balkonpflanzensaison auf. Knut Steffen sagte, es sei wichtig, dem Kunden einen Mehrwert zu bieten und ihn auch zu kommunizieren, um auf Dauer am Markt zu bestehen. Der Mehrwert in Einzelhandelsgärtnereien zeige sich in der Pflanzenqualität, Beratung, Freundlichkeit sowie Sortimentsbreite. Einschlummerndes Mehrwertpotential liegt dabei in der Regionalität, mit der ein Fachbetrieb in seinem Einzugsgebiet punkten kann. Knut Steffen wies darauf hin, dass das persönliche Verkaufen ein entscheidender Wettbewerbsvorteil von Einzelhandelsgärtnereien ist. Bei einem Rückblick auf 2011 stellte der Referent fest, dass Musterbepflanzungen mittlerweile Standard sind, jedoch viel zu wenige Betriebe Terrassensituationen mit entsprechenden Bepflanzungen präsentierten. Im Trend liegen Kombipots, Kräuter, Nasch-und Balkongemüse und als Problemlösung für die Kunden sollten mehr Bewässerungssysteme und kästen mit angeboten werden. 

Kombipots auf dem Vormarsch
Thorsten Köhn (Selecta-Klemm, Stuttgart) stellte in seinem Vortrag Kombinieren Sie mal! kreative Bepflanzungen für Terrassen und Balkone vor. Thorsten Köhn berichtete über die Kombipot-Programm von Selecta-Klemm. Der Referent schilderte, wie intensiv die Programme getestet und dann kritisch ausgewählt wird. Weiterhin stellte er die Kombipot-Serie Trixi von Selecta vor. Dabei handelt es sich um eine Dreifach-Farbkombination. Sehr vielversprechend ist Trixi Petticoat, die erste gefüllte Calibrachoa-Mischung weltweit. 

Lust auf Stauden
Johann Strobler vom Bamberger Staudengarten erklärte in seinem Vortrag Stauden, die neuen Stars im Garten? worauf es bei der Präsentation von Stauden ankommt. Zur Staudenpräsentation passt eher ein rustikales Ambiente. So können Warenträger etwa mit Holz oder Weiden verkleidet werden, um sie dann als Verkaufstische und Hochbeete zu nutzen. Für eine mehr dekorative Präsentation bei Aktionen oder Ausstellungen eignen sich Strohballen. Besonders wichtig bei Stauden sind Verkaufshilfen wie Bildetiketten, Bildtafeln, Preistafeln und Lebensbereich-Schilder. Hierbei ist entscheidend, dass der Kunde sofort alle wichtigen Informationen schnell und problemlos auf dem Etikett bzw. auf der Beschilderung findet. Darüber hinaus sollten Pflanzbeete mit Stauden als Anregungen für die Kunden gezeigt werden und auch Neuheiten, wie die Staude des Jahres, extra in Szene gesetzt werden. 

Fachbetriebe müssen Umsätze zurückgewinnen

Britta Biegler Agrarmarketing-Informationsgesellschaft AMI (Bonn) präsentierte in ihrem Vortrag Gartenpflanzen ein Markt mit Zukunft?! aktuelle Daten aus der Marktforschung .Die Marktanalyse von 2011 im Vergleich zu 2010 zeigte den Verlust von Marktanteilen der Fachbetriebe (Einzelhandelsgärtnereien). So sind zwar die Umsätze von Beet und Balkonpflanzen um 0,2% und bei Stauden sogar um 2,2% gestiegen, aber der Marktanteil der Ausgaben für Blumen und Pflanzen in Gärtnereien sank von 15% (2010) auf 12% (2011). 82% der Käufer von Beet- und Balkonpflanzen sind 50 Jahre oder älter. Das erfordert mehr Anstrengungen, jüngere Kunden zu gewinnen und sich als Fachbetrieb stärker zu profilieren, um Marktanteile zurück zu gewinnen. 

Neue Bestattungsformen bieten auch Chancen für Gärtner
Thomas Götz (Friedhofgärtnerei Götz, Würzburg) und Hans Joachim Steger (Gärtnerei Steger, Würzburg) schilderten in ihrem Vortrag Friedhof - ein ganzjähriges Geschäft! ihre Erfahrungen und gaben Tipps für die Praxis. Sie wiesen darauf hin, dass man stets über drei bis vier top gepflegte Mustergräber und einen Beratungsraum (für den Trauerfall) mit Beratungsbuch verfügen sollte. Zudem empfahlen sie, kleine Schilder mit Firmenlogo bei der Grabpflege an den Gräbern zu stecken, sofern dies erlaubt sei. Da die Anzahl der Bestattungen in Urnenwänden und Friedwäldern steigt, gibt es als Alternative die durch Gärtner gepflegten Urnengärten, was neue Entwicklungsmöglichkeiten für Friedhofsgärtner bietet. Wenn solche Memoriam-Gärten eingerichtet werden sollen, ist unbedingt auf die Hilfe der gärtnerischen Fachverbände und der Treuhandgesellschaften zurück zu greifen, rieten Thomas Götz und Hans -Joachim Steger. 

Der 14. Grüne Aschermittwoch setze wieder wichtige Impulse für die Praxis und stimmte die Gärtner und Floristen positiv auf die kommende Saison ein. 

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