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Bioenergie und Bioprodukte dominieren künftigen Weltagrarmarkt
Die Landwirtschaft spielt bei der Frage der künftigen Energieversorgung weltweit eine tragende Rolle. An der Grünen Woche in Berlin wurden wichtige Vereinbarungen zur Entwicklung einer Bioenergieproduktion im großen Stil getroffen.
Im Beisein der russischen Landwirtschaftsministerin Elena Skrynnik haben die Russische Energieagentur (REA), die Federal Energy Service Company (FESCO) aus Russland und die Viessmann Group am 25. Januar 2012 an der Grünen Woche Berlin eine Vereinbarung zur langfristigen Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Bioenergie abgeschlossen. "Im Rahmen dieser Vereinbarung sind die Vorbereitung und Errichtung mehrerer Bioenergieanlagen in Russland vorgesehen", erläutert Vladimir Baskov, stellvertretender Generaldirektor der Russischen Energieagentur. Im Zeitraum von 2013 bis 2020 solle das Investitionsvolumen über 300 Mio. Euro betragen. Die Landwirtschaftsministerin habe ein Forschungsprogramm und eine staatliche Förderung zum Aufbau von Bioenergieanlagen versprochen. Sie unterstütze die Idee, ein internationales wissenschaftlich-technisches Zentrum für Bioenergie in Russland zu schaffen.
Handelsvereinbarungen statt Vodka
Das letztjährige Vertragsvolumen von total 220 Mio. Euro ist Schnee von gestern. Russland hatte an der Grünen Woche in Berlin, der weltgrößten Messe für Ernährung, Landwirtschaft und Gartenbau, die jährlich während 10 Tagen über 400.000 Besucherinnen und Besucher ins januarkalte Berlin lockt, nicht in erster Linie das Ziel, möglichst viel Wodka zu verkaufen. Russische Firmen präsentierten sich auf großflächigen Ständen, in deren Zentren Tische zum Verhandeln einladen. "Die Teilnahme der Russischen Föderation an der Grünen Woche ist ein mächtiger Impuls zur Entwicklung der internationalen Beziehungen in der Landwirtschaft und fördert die Promotion der hochwertigen russischen Produkte in den globalen Märkten", hatte Landwirtschaftsministerin Elena Skrynnik bei der Eröffnung der Russlandhalle erklärt. Auf einer Gesamtfläche von 6.000 Quadratmetern präsentierten sich 250 Firmen aus 15 Regionen.
Ein Modell veranschaulicht den agro-industriellen Komplex, der wie ein technisch nachgebauter Naturkreislauf anmutet: Im Agrarteil wird Acker- und Futterbau betrieben, um neben den Haushaltungen die Rinder-, Schweine- und Hühnerfarm zu versorgen. Diese produzieren Abfall in Form von Biomasse, die in die Produktion von Biogas, Elektrizität sowie Heizung und Kühlung fliesst. Während aus der Verarbeitung von Rohprodukten Bioenergie für die Selbstversorgung des agro-industriellen Komplexes anfällt, ist ein Teil des Ackerbaus für die direkte Produktion von Biogas, Biodiesel und Brennmaterial vorgesehen. Was an organischen Stoffen übrigbleibt, soll als "Hofdünger" den Feldern zurückgegeben werden, was "ökologisch saubere Nahrungsmittel" garantiert.
Karpatischer Markt
"Bio" wird als das Sesam-öffne-dich für den gesättigten westeuropäischen Markt verstanden. Auch im "Karpatischen Garten" wird das Label üppig verwendet. Rumänien, EU-Mitglied seit 2007, bekam dieses Jahr als Partnerland der Grünen Woche eine eigene Halle. Beim Eintritt in den "Karpatischen Garten" wird es merklich hell. Die Sonnenfarbe Gelb dominiert die großräumig gestaltete Halle. Beim näheren Hinsehen wähnt man sich auf einem lokalen Markt. Es wird alles feilgeboten, was der Haushalt hergibt: Honig, Wurstwaren, Spanferkel, Käse und Pilze. Auch die Tücher mit Spitzen und Stickereien, die auf den ersten Blick als Dekoration dienen, sind käuflich.
Valeriu Tabara, Rumäniens Minister für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung ist dankbar für die Gelegenheit, Partner des wichtigsten Ereignisses im Bereich Landwirtschaft, Ernährung und Gartenbau zu sein. "Wir sind sicher, dass sich die guten Beziehungen zwischen Rumänien und Deutschland weiterentwickeln werden und dass Rumänien einer der wichtigsten Lieferanten von Landwirtschaftsprodukten auf dem deutschen Markt werden wird." Rumänien verfügt mit einer Gesamtfläche von 23,8 Mio. Hektar über die viertgrößte Agrarkapazität der EU. Die landwirtschaftliche Nutzfläche umfasst 13,3 Mio. Hektar, von denen 8,3 Mio. Hektar als Ackerland genutzt werden.
Polnische Üppigkeit
Polen steht Rumänien vor der Sonne. Nicht nur geografisch steht Polen, EU-Mitglied seit 2004, den Deutschen näher. "Traditionell ist Deutschland der wichtigste Handelspartner Polens", sagte Marek Sawicki, Minister für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung Polens. Vor einem Jahr Partnerland an der Grünen Woche, konnte Polen 2011 den Agrar- und Lebensmittelexport um 12% steigern. Die polnische Produktpalette unterscheidet sich wenig von der rumänischen und ist durch osteuropäische Üppigkeit gekennzeichnet – wohltuend für den auf Gesundheitsbewusstsein getrimmten deutschen Konsumenten. Um das Gewissen der deutschen Konsumentin dennoch zu beruhigen, ist alles Bio. (lid)

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