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GABOT, 24.03.2012 - 05:59 Uhr
*Floristik/Friedhof, *Gartenmarkt, Recht & Politik

Plastiktüten: Besteuerung oder Pfand unnötig

Die Überlegungen von EU-Umweltkommissar Janesz Potocnik zu Pfand oder Steuern auf Plastiktüten gehen für Deutschland in eine völlig falsche Richtung. Der Handelsverband Deutschland (HDE) sieht keinen Anlass für eine derartige Regelung. Deutsche Verbraucher sind Weltmeister im umweltbewussten Plastiktüten-Verbrauch, so HDE-Geschäftsführer Kai Falk. Im Vergleich zu anderen Ländern geben die deutschen Handelsunternehmen deutlich weniger Tüten ab. So verwendet jeder Verbraucher hierzulande im Schnitt pro Jahr ca. 65 Plastiktüten, US-Amerikaner dagegen das Fünffache. Die Zahl in Deutschland ist auch deshalb vergleichsweise niedrig, weil insbesondere Lebensmittelhändler Plastiktaschen schon heute nur gegen Entgelt abgeben, wobei der Preis meistens zwischen 10 und 30 Cent variiert. Durch diesen Tütengroschen konnte der Verbrauch in Deutschland auch ohne gesetzliche Vorschriften deutlich gesenkt werden. Darüber hinaus sind Plastiktüten in Deutschland von der Verpackungsordnung und dem Dualen System erfasst, so dass sie eingesammelt werden und nicht in der Landschaft landen. 

Überhaupt sind Plastiktüten deutlich weniger umweltbelastend als oft verbreitet. Etwa drei Viertel der Konsumenten benutzen Einkaufstüten mehrfach. Die Plastiktüte ist kein Wegwerfprodukt. Die in Deutschland verwendeten Einkaufstüten bestehen zu einem großen Teil aus Recyclingplastik, das vollständig wiederverwertet werden kann. Außerdem bietet der Einzelhandel seinen Kunden Alternativen zur Plastiktüte an: Die Verbraucher können in der Regel auch zu Papiertüten oder Stofftaschen greifen. Umweltbewusster geht es kaum, so Falk. Eine einheitliche EU-Regelung für eine Steuer oder ein Pfand auf Plastiktüten macht keinen Sinn. Dafür sind die Voraussetzungen in den einzelnen Ländern einfach zu unterschiedlich. In Deutschland haben wir da keinen Bedarf. (Quelle: PdH)


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