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GABOT, 26.01.2016 - 14:03 Uhr
*Baumschule, Vermischtes

Douglasie: Leistungsträger mit Migrationshintergrund

Vor allem im Privatwald bauen die Waldbesitzer Douglasie als Fichtenersatz an, da sie Trockenheit besser verträgt. Foto: Angelika Sontheimer.

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In Fachkreisen wird heiß diskutiert: Ist die Douglasie nun ein hochwirtschaftlicher Baum und die Lösung für unsere Breitengrade im Hinblick auf den Klimawandel, oder verdrängt sie unsere einheimischen Arten und muss als invasive Art verboten werden?

Wie so oft, wenn Naturschutz und Land- und Forstwirtschaft aufeinandertreffen, kochen die Emotionen hoch. Für den Naturschutz gilt die Douglasie als eine invasive Art, also eine Pflanze, die außerhalb ihres natürlichen Verbreitungsgebiets vorkommt, weil sie vom Menschen dorthin importiert wurde und an ihrem neuen Wohnort die natürlich vorkommenden Ökosysteme, Biotope oder Arten gefährdet. Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) hat die Douglasie 2013 gemeinsam mit der Roteiche, der Robinie oder der Hybridpappel in die „Schwarze Liste“ der invasiven Arten aufgenommen, die nachweislich heimische Arten gefährden sollen und für die ein bundesweites Management zur Kontrolle und Ausbreitungsbegrenzung notwendig ist. Daraufhin hat eine Allianz aus Vertretern von Forstwirtschaft und -wissenschaft Gegenargumente zu BfN-Studie formuliert.

Spätheimkehrer oder Neubürger?
Vor rund 12.000 Jahren war die Douglasie, allerdings eine andere Art als die heutige, bei uns schon einmal heimisch. Die Eiszeit bescherte dem Nadelbaum dann ein abruptes Ende. Unsere heutige Douglasie (Pseudotsuga menziesii) stammt aus Nordamerika. Sie ist eine Baumart der feucht-gemäßigten Zone und wächst im Westen Nordamerikas in den kanadischen Rocky Mountains, von British Columbia über Oregon (dort ist sie Staatsbaum), Washington, die Sierra Nevada in Kalifornien bis hinunter nach Mexiko. Dort kommt sie vor allem in semihumiden Nadelwäldern mit ausgiebigen Winterniederschlägen und Sommerdürre vor. Sie kann bis zu 90 m hoch werden und bis zu 4,4 m Stammdurchmesser erreichen. Der höchste Baum Deutschlands mit über 65 m ist die über 100-jährige Douglasie „Waldtraut vom Mühlwald“. Sie steht im Arboretum des Stadtwaldes in Freiburg im Breisgau im Stadtteil Günterstal. 1913 wurde sie dort als Setzling versuchsweise gepflanzt, weil die Forstleute das Artenspektrum in den heimischen Wäldern erweitern sollten.

Wertvolles Holz mit vielseitiger Nutzung
Douglasien werden in Deutschland seit dem Ende des 19. Jahrhunderts forstwirtschaftlich angebaut. Für den Waldbesitzer interessant ist die Küsten-Douglasie. Sie gilt bei den Forstfachleuten als widerstandsfähiger Baum, der Sturm und Trockenheit trotzt und dem Waldbesitzer wertvolles Holz liefert. Das Holz der Douglasie wird unter anderem als Bau- und Konstruktionsholz für Dachstühle, im Innenausbau, für Fenster und Türen, im Schiffsbau für Masten, als Furnierholz und Ausstattungsholz für Parkett, Möbel und Vertäfelungen verwendet. Die Douglasie wächst schnell, bildet früh Samen und kann sich gut an unterschiedliche Umweltbedingungen anpassen. Im Hinblick auf die erwarteten Klimaveränderungen mit größerer Sommertrockenheit und häufigeren Extremwetterereignissen scheint die Douglasie belastbarer als unsere heimische Fichte, sie kommt vor allem mit Trockenheit besser zurecht als diese. Der Anbau von Douglasien wird in einigen Bundesländern gefördert. So wurden beispielsweise in Nordrhein-Westfalen nach dem Orkan Kyrill Mischkulturen aus Laubholz und Douglasie, Lärche, Küstentanne, Weißtanne und Schwarzkiefer durch ein Förderprogramm unterstützt.

Invasiv und gefährlich?
Aber bekanntlich hat eine Medaille immer zwei Seiten. Aus naturschutzfachlicher Sicht wird die Douglasie als invasiv bezeichnet. Hört nun der interessierte Laie den Begriff „invasiv“, so denkt er wahrscheinlich an Arten wie beispielsweise die Ambrosia oder den Riesenbärenklau, die sich explosionsartig verbreiten und giftig für Mensch und Tier sind. Ganz so bedrohlich ist es bei der Douglasie zwar nicht, doch sind aus Naturschutz-Sicht vor allem die Veränderungen von schützenswerten Fauna-Flora-Habitaten (FFH-Gebieten) durch Naturverjüngungen und die mögliche Übertragung von Schädlingen auf heimische Arten problematisch.

Schädlinge inzwischen gut angepasst
Ein Beispiel für das erste Argument ist die relativ schnelle Ansiedelung der Douglasie auf Blockmeeren (Steinblockansammlungen an Berghängen), die seltenen Tieren und Pflanzen einen Lebensraum bieten, sodass die Douglasie zumindest im Umfeld solcher für den Naturschutz wertvoller Lebensräume nicht angebaut werden sollte. Das zweite Argument kann teilweise entschärft werden: Jüngere Beobachtungen deuten darauf hin, dass sich heimische (Schad)insekten gut an die Douglasie anpassen. Mittlerweile findet man Bruten von zahlreichen rinden- und holzbrütenden Borkenkäferarten an Douglasien, zukünftig werden sich auch weitere Holzkäferarten die bisher unbekannte Nahrungsquelle erschließen. Nicht verschwiegen werden dürfen allerdings an dieser Stelle die „Mitbringsel“, die mit den Douglasiensamen von Nordamerika zu uns mitgebracht wurden: Douglasienwolllaus Gilletteella cooleyi GIL und Douglasiensamenwespe Megastigmus spermotrophus Wachtl. Sie sind nämlich nicht douglasienspezifisch und zählen inzwischen zu den bedeutendsten Samenschädlingen an Nadelbäumen in Europa.

Fazit
Die Auswirkungen des Douglasienanbaus in Deutschland sind für die Natur nicht so gravierend, wie oft befürchtet wird. Die Natur ist immer im permanenten Austausch und nie statisch. Jede Veränderung der Pflanzenzusammensetzung, auch wenn heimische Baumarten ausgedehnt oder eingeschränkt werden, wirkt sich auf die anderen Pflanzen aus. Der Douglasienanbau hat in etwa dieselben Auswirkungen auf andere Laub- und Nadelbaumarten wie diese untereinander auch. Durch eine gute forstwirtschaftliche Praxis lassen sich die Chancen nutzen und die Risiken minimieren. (Quelle: Profil Online) 


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